Habitussensibilität: Den feinen und offensichtlichen Unterschieden im pädagogischen Alltag begegnen

Mit dem aktuell zunehmendem Flüchtlingsstrom Richtung Deutschland steigen die bereits bestehenden Herausforderungen an öffentliche Bildungsstätten, wie z.B. Kindergärten und Schulen, das Thema Kultursensibilität zu besetzen, bzw. sich noch intensiver mit ihm auseinander zu setzen. Der Betrachtungs- und Arbeitsansatz zur Habitussensibilität ermöglicht in diesem Zusammenhang gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften die Entwicklung kultursensibler Einrichtungsstrukturen, welche einen bewussten Umgang mit „dem Fremden“ pflegen lernen und damit Konflikte vermeiden helfen.

Die Zugehörigkeit zu Gruppen und die Abgrenzung von Mitgliedern fremder Gruppe bestimmt unser gesellschaftliches Leben und prägt von Kindheit an unsere Betrachtungsweise der Welt. Das beeinflusst auch unsere Handlungen, die wir auf Basis dieser Sicht auf die Welt fällen und die gleichzeitig Ausdruck unserer Gruppenkultur sind – Konflikte gehören dazu. Diese sozial entstandene Entscheidungsgrundlage ist uns vielfach nicht bewusst – gleichwohl kennen alle pädagogisch arbeitenden Menschen das Gefühl, dass das Zusammensein / Arbeiten mit bestimmten Menschen Ihnen leichter fällt als mit anderen. Das hängt in vielen Fällen mit einer kulturellen Nähe zusammen, die sich vor allem auf das eigene Milieu bezieht.

Im pädagogischen Alltag findet sich dieser Widerspruch immer wieder, da man sich die Menschen nicht aussuchen kann, mit denen man arbeitet. Im Gegenteil – Kindergärten und Grundschulen sind ein Spiegel unserer Gesellschaft und damit auch ihrer verschiedenen Gruppen (Ethnie, Milieu), die ansonsten wenig miteinander zu tun haben. Hier sollen nun alle Gruppen ohne Konflikte miteinander lernen und leben - eigentlich eine Utopie. Wenn man sich auf die Suche nach den offensichtlichen -aber vielerorts auch feinen Unterschiede- begibt, die durch gesellschaftliche Regeln entstehen und tief in unserem Denken und Handeln verankert sind, eröffnet sich ein Verständnis für die Entstehung und Beständigkeit sozialer Benachteiligungen. Man erfährt, zu welcher Gruppe man selbst gehört, was einem absolut wichtig ist und warum es so schwer sein kann, mit gruppenfremden Menschen zusammen zu sein.

In der pädagogischen Arbeit von Kindergärten und Grundschulen ist die Auseinandersetzung mit diesen unbewussten Einflüssen auf das Handeln von Menschen wichtig, denn hier finden sich verstärkt sozial bedingte Konflikte, die auf einer unterschiedlichen Gruppenzugehörigkeiten beruhen. In der Weiterbildung zur Habitussensibilität lernen die TeilnehmerInnen einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Gruppenverteilungen und das eigene Handeln darin zu werfen und es nicht nur personenzentriert, sondern auch gesellschaftlich kultursensibel zu deuten. Sie beginnen, neu über "Selbstverständlichkeiten" im gemeinsamen Alltag zu sprechen, neue Handlungs- und Begegnungsweisen auszuhandeln und verstärkt auch „fremden“ Sichtweisen Raum zu geben.

Ziele der Weiterbildung:

 

  • Vermittlung einer soziologisch-pädagogischen Sichtweise auf Konflikte
  • Selbstreflektion des eigenen pädagogischen Handelns - Habitussensibilität
  • Öffnung des Blicks für „das Fremde“ und damit verbundene Ausgrenzungen
  • Professionsentwicklung im Hinblick auf den Umgang mit sozialer Ungleichheit
  • Erforschung des eigenen Arbeitsbereiches bzgl. ausschließender Strukturen, Gruppenmatrix der eigenen Einrichtung
  • langfristig: Entwicklung eines kultursensiblen Umgangs miteinander

 Im Rahmen meiner Weiterbildungen biete ich Ihnen meine langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen aus der hochschulischen und erwachsenenpädagogischen Bildungsarbeit. Der Ansatz der Habitussensibilität ist aus meiner Forschung heraus entstanden und derzeit vermittle ich in Deutschland als Einzige diesen Ansatz in der beruflichen Weiterbildung.  

Nehmen Sie bei Interesse an einer Weiterbildung Kontakt zu mir auf. Gerne entwickle ich für Sie allein oder ihr Team/ ihre Organisation ein passendes Weiterbildungssetting. Als autorisierte Prozessberaterin des bundesweiten Förderprogramm unternehmensWert: Mensch kann ich auch kleinen und mittleren Unternehmen im Rahmen eines umfassenderen Beratungsprozesses entsprechende Weiterbildungsinhalte anbieten, um die eigene Unternehmensentwicklung zu fördern.