„Ich als Mitarbeiterin muss ja mit den Angehörigen sprechen. Aber mit Herrn Prof. Dr. B spreche ich nicht gern. Ich weiß gar nicht, wie ich den ansprechen soll und ich finde den so arrogant." (Altenpflegerin, 54 Jahre)

 

„Wir wollen auf der Arbeit ein neues Projekt starten. Es wurde ein Team aus Sozialarbeitern, Erziehern und Pflegekräften zusammengestellt. Aber gleich beim ersten Treffen habe ich gemerkt, die verstehen gar nicht was wichtig ist und halten sich mit total unwichtigen Dingen auf.“ (Teilnehmerin interdisziplinäres Team, 45 Jahre)

Die Habitusanalyse in einer Organisation ermöglicht den MitarbeiterInnen eine tieferes Verstehen für das Miteinander in der Arbeit und den Einfluss gesellschaftlicher Strukturen auf das eigene Fühlen und Handeln, die auch in der eigenen Organisation handlungsleitend sind. Das Konzept des Habitus setzt eine gesellschaftliche Vielfalt voraus und geht entsprechend vom Missverstehen der Kulturen, Geschlechter, Generationen, Professionen und Milieus auf der Ebene des alltäglichen Miteinanders aus.

Vor allem auf der Ebene des professionellen Alltags gibt es wiederkehrende Konflikte, die häufig auf unterschiedlichen Werten und Wahrnehmungen beruhen, deren Existenz dem einzelnen Mitarbeiter gar nicht bewusst ist. Es mischen sich die Werte aus der Herkunftsfamilie, mit denen der Generation, der eigenen Kultur und auch des Berufes. Jeder Mensch eignet sich die Werte teils bewusst -häufig aber auch unbewusst- im täglichen Miteinander an. Unbewusst machen wir die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe deutlich, indem wir ihre Werte leben und sie gegenüber Andersdenkenden verteidigen (auch Habitus genannt).

Die Abgrenzung erfolgt z.B. durch die Geringschätzung/Abwertung anderer Werte bis hin zum Absprechen von Kompetenzen. Die Abwertung erfolgt oft automatisch und auf sehr subtile Weise: Man mag sich halt nicht, geht sich aus dem Weg oder gerät in einen permanenten Konflikt, der beide Seiten ohnmächtig macht. Der Konflikt wird auf der persönlichen Ebene ausgetragen, obwohl seine Wurzeln im sozialen Miteinander, manchmal sogar in den Arbeitsstrukturen, liegen.

Mithilfe der Habitusanalyse wird es einer Organisation möglich, die verschiedenen Rollen und Professionen aus einem sozioanalytischen Blickwinkel zu betrachten und damit potentielle Konfliktpotentiale in Arbeitsteams zu erkennen. Gleichzeitig wird es möglich, Entwicklungsbedarfe oder notwendige Strukturveränderungen zu identifizieren. Auf der Ebene der MitarbeiterInnen ermöglicht eine Weiterbildung in Habitussensibilität und deren Vertiefung in Supervisionen oder Habituscoachings einen kulturellen Wandel innerhalb der Organisation, indem Diversität als Normalität und nicht als Problem betrachtet wird.

Nehmen Sie Kontakt zu mir auf, wenn Ihnen mein Arbeitsansatz zusagt. Ich erarbeite Ihnen gern ein für ihre Organisation passendes Angebot. Als autorisierte Prozessberaterin des bundesweiten Förderprogramm unternehmensWert: Mensch kann ich auch kleinen und mittleren Unternehmen im Rahmen eines umfassenderen Beratungsprozesses entsprechende Weiterbildungsinhalte anbieten, um die eigene Unternehmensentwicklung zu fördern.