Frauen zwischen Familie und Beruf – Probleme im Spiegel des Geschlechterverhältnisses

Der Anspruch von Frauen, eine reibungslose Vereinbarkeit der Lebensbereiche Familie und Beruf - vielleicht sogar noch Weiterbildung- zu gewährleisten, führt zu großen Belastungen. Vielfach fühlen Sie sich überfordert und erleben es als persönliches Scheitern, wenn Vereinbarkeit nicht reibungslos funktioniert, die Familie nicht genug mütterliche Beachtung findet oder aufgrund von Teilzeitarbeit das Gefühl entsteht, man würde.am Arbeitsplatz nicht den Erwartungen entsprechen. Sich in Beratung mit den strukturbestimmten Lebenszusammenhängen von Frauen und den Selbstoptimierungsansprüchen unserer Gesellschaft auseinander zu setzen bringt vielfach individuelle Entlastung von einem stetig mitschwingenden Schuldgefühl, den Erwartungen nicht gerecht zu werden.

Als da wären: Der Zwang zur reibungslosen Familienorganisation und gleichzeitig die Frage nach Zeitfenstern für eigene Interessen und Entwicklungswünsche aufzuwerfen. Durch die Verflechtung von Aufgabenbereichen in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern Familie und Beruf haben Familienfrauen wenig für sich selbst verfügbare und freie, dauerhaft planbare Zeit. Viele Frauen versuchen dieser Situation durch eine stringente Lebensplanung und verbesserte Organisation zu begegnen. Aber wie Sie in meinen folgenden Ausführungen sehen werden, nützt das nur bedingt, denn die Ursache liegt in unserer geschlechtlichen Arbeitsteilung begründet und den subjektiven Handlungsmaximen, die damit verknüpft sind.

Denn: Strukturelle Probleme lassen sich nicht individuell lösen und der Ruf nach Selbstoptimierung verschleiert die symbolische Gewalt, die mit geschlechtsbezogenen Erwartungen verknüpft ist. 

 

 

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