"Um neue Handlungsräume zu erschließen, muss man die Herkunft eigener Denkgrenzen verstehen“- Habitusanalyse als Diagnoseinstrument in Beratung -

In Supervision und Beratung tauchen immer wieder nicht umgesetzte Lebenswünsche auf, für deren Aufschub gut nachvollziehbare Gründe angegeben werden. Geht man diese Problematik allein auf der psychologischen Ebene an, bleibt vielfach der gesellschaftliche Einfluss auf diese Entscheidung unberücksichtigt. Der Soziologe Bourdieu nennt dieses Verhalten habituell bedingten Selbstausschluss und macht soziale Begrenzungen dafür verantwortlich. Diese als natürlich akzeptierten Grenzen haben tiefe (vererbte) Wurzeln und erzeugen Denk- und Deutungsmuster, an denen wir unser Handeln ausrichten. Gleichzeitig sind Scham- und Schuldgefühle Wächter dieser Handlungsgrenzen.

In Supervision und Beratung werden gemeinsam mit den Ratsuchenden Entwicklungsbegrenzungen aufgespürt und überschritten. Mit der Habitusanalyse lässt sich ein Diagnoseinstrument in den Beratungsprozess integrieren, welches die sozial bedingten Grenzen auf der biographischen und generativen Ebene sichtbar macht. Neben der Einzelfallarbeit ist diese Methode auch für die Beziehungsdiagnose von Arbeitsteams und Gruppen geeignet.

Das Weiterbildungspaket richtet sich an Personen, die über Fortbildung, Selbstreflektion und Fallsupervision Erfahrungen mit dieser für die Beratung noch neuen Diagnosemethode sowie der damit verknüpften sozioanalytischen Beratungshaltung sammeln wollen.

Teilnehmer*innen: Supervisor*innen, Berater*innen oder Coaches in Bildungs- und Berufskontexten, Sozialarbeiter*innen in unterschiedlichsten Beratungskontexten, Mitarbeiter*innen aus pädagogischen Einrichtungen, die auch beratend tätig sind.

Setting:

Erstgespräch

Fortbildungstermine:  2 halbtägige-Veranstaltungen (je 10.00 - 13.30 Uhr) im Abstand von zwei Wochen, um erste Praxiserfahrungen zu sammeln (8U-Std.).

Selbstreflektion der eigenen Beratungsposition (Einzelsupervision)  

2 Fallsupervisionen (Einzelsupervision) zu Habitusanalysen eigener Klient*innen

Kosten: variieren nach Anzahl TN

TeilnehmerInnenzahl: max. 8 TN